ORTENAUKREIS

Nummer 289

Montag, 14. Dezember 2015

Rapunzel in gerappter Ver-
sion – mit Märchen und 
Hip-Hop wollen die Zwil-
lingsbrüder Felix und Till 
Neumann deutsche und 
französische Schüler für 
die Sprache des jeweils an-
deren Lands begeistern. 
Im kommenden Jahr wol-
len sie durchstarten.

n

Von Lena Straub

Ortenau.  Als  deutsch-franzö-
sisches  Hip-Hop-Duo  Zweier-
pasch sind die Brüder, die aus
Freiburg  und  Kehl  stammen,
seit  etwa  einem  Jahr  aktiv.
Das  Duo  verbindet  Hip-Hop,
Märchen  und  Pädagogik  für
den Eurodistrikt.

Derzeit arbeiten die Brüder

an einer CD mit fünf deutsch-
französisch-sprachigen 

Lie-

dern.  Daneben  befindet  sich
auch ein Intro auf der CD. Die
Songs schreiben und vertonen
sie selber. Geplant sind unter
anderem  der  Gestiefelte  Ka-
ter, Rapunzel sowie ein selbst
geschriebenes Stück.

Im Januar wird die Aufnah-

me voraussichtlich fertig sein,
erzählt Felix Neumann. Auch
pädagogisches 

Begleitmate-

rial für den Einsatz im Fremd-
sprachenunterricht wollen die

Brüder  dafür  erstellen.  »Das
machen wir zur Zeit gerade.«
Beide  haben  durch  Studium
und  Arbeit  einige  Zeit  in
Frankreich 

verbracht 

und

sprechen  fast  perfekt  franzö-
sisch.  »Klar  passiert  uns  im-
mer mal wieder noch ein Feh-
ler,  aber  ich  denke,  dass  uns
das  bei  den  Schülern  noch
besser 

ankommen 

lassen

wird.  So  können  sie  sehen,
dass  sie  nicht  perfekt  sein
müssen,  um  erfolgreich  zu
sein«, ist sich Felix Neumann
sicher. 

Die zweite Phase ihres Mär-

chenrap-Projekts  wird  dann
die Tournee sein, die im Feb-
ruar oder März beginnen soll.
Dazu  gehören  drei  wichtige
Bausteine: Schülerworkshops,
Fortbildungen für Lehrer und
Konzerte.  Alles  für  Schüler
von  acht  bis  16  Jahren  und
Lehrer aus dem Ortenaukreis
sowie  der  Stadtgemeinschaft
Straßburg.  »Mit  den  Work-
shops  wollen  wir  Lust  auf
Fremdsprache machen. Diese
leiten  wir  selber.  Allerdings
bieten  wir  auch  an,  Lehrer
fortzubilden und das auf bei-
den  Seiten  des  Rheins«,  er-
klärt der 32-Jährige. Durch die
Workshops sollen auch Schü-
ler,  die  sonst  eher  schwach
sind in der Fremdsprache, die
Gelegenheit  erhalten,  sich
mehr  zuzutrauen.  »Durch  ge-

meinsames  Reimen  und  Tex-
ten  sollen  sie  vergessen,  dass
sie sich in einer fremden Spra-
che bewegen.«

Für  die  Konzerte,  die  im

Sommer  anstehen,  gibt  es
noch  keine  festen  Termine.
Sie sollen aber immer so statt-
finden,  dass  Franzosen  und
Deutsche  gleichermaßen  teil-
nehmen  können.  Mit  einer
fünfköpfigen Band stehen die
beiden  Rapper  dann  auf  der
Bühne. Zweierpasch stellt sich
als Veranstaltungsort für seine
Konzerte  beispielsweise  Le
Vaisseau in Straßburg vor. Das
pädagogisch-technische  Mu-
seum verfüge über Konzertsä-
le und sei auch gut für Jugend-
liche  aus  Kehl  erreichbar,  er-
klärt Felix Neumann. 

Was  in  den  Workshops  in

den  Schulen  erarbeitet  wird,
präsentieren  die  Rapper  und
die  Schüler  anschließend  ge-
meinsam. 

»Deutsche 

und

Franzosen  sollen  durch  ge-
meinsame Aktionen näher zu-
sammenrücken«, 

so 

Felix

Neumann,  sein  Bruder  er-
gänzt: »Ziel ist es, jungen Leu-
ten  einen  coolen  Zugang  zu
Fremdsprache 

zu 

bieten.

Beats  und  Reime  sind  dafür
ein  fantastisches  Werkzeug.
Und Märchen liefern uns den
Stoff zum Träumen.« 

Wichtig  ist  den  Zwillings-

brüdern, dass alles Angebote-

ne kostenlos ist. »Dafür haben
wir  uns  viele  Förderer  ge-
sucht«,  sagt  Felix  Neumann.
Förderung  durch  den  Euro-
distrikt  und  Partner  aus  bei-
den Ländern. Größter Projekt-
förderer  ist  der  Eurodistrikt
Straßburg-Ortenau. 

Roland

Ries,  Oberbürgermeister  der
Stadt Straßburg und Präsident
des Eurodistrikts, begrüßt das
Projekt: »Wir freuen uns, die-
ses  innovative  Vorhaben  zu
fördern.  Wir  sind  überzeugt
vom Erfolg des Projekts.« Ein

weiterer Unterstützer ist Mär-
chenland  -  Deutsches  Zent-
rum  für  Märchenkultur  aus
Berlin  sowie  das  Kulturbüro
der Stadt Kehl, die Bildungsre-
gion Ortenau (BRO) und das
Medienzentrum  Canopé  aus
Straßburg. 

Bei Interesse an Workshops,

Fortbildungen und Konzerten
können sich Lehrer und Schu-
len  direkt  an  das  Hip-Hop-
Duo unter der E-Mail-Adresse
zweierpasch@gmx.de  wen-
den. 

Märchen liefern 

den Stoff zum Rappen

Felisx und Till Neumann veröffentlichen zweisprachiges Album

Foto: Promo

INFO

Über Zweierpasch

Till und Felix Neumann haben
ihre pädagogischen und inter-
kulturellen  Grundlagen  unter
anderem 

bei 

den

deutsch-französischen  Orga-
nisationen  »Bild«  und  »GÜZ«
erworben  (Ausbildung  als
interkulturelle 

Sprachani-

mateure, 2006). Felix ist Poli-
tologe  und  Sozialpädagoge
(trinationales  Regio-Diplom).
Er  koordiniert  interkulturelle
Bildungsprojekte im Eurodist-
rikt  Straßburg-Ortenau  und
verantwortet  ein  Projekt  zur
Integration  und  Bildung  jun-
ger Flüchtlinge in Lahr. Till ist

Sprachwissenschaftler 

und

Journalist  (deutsch-französi-
sches  Doppeldiplom)  und
arbeitet als Redakteur in Frei-
burg.  Zweierpasch  hat  es  bis
zu  Bundespräsident  Joachim
Gauck, für die Deutsche Bot-
schaft  nach  Westafrika  und
auf  eine  Bühne  mit  Rockle-
gende  Udo  Lindenberg  ge-
schafft.  Im  Oktober  tourten
die  Brüder  für  die  Deutsche
und  Französische  Botschaft
durch die Ukraine. Dort spiel-
ten sie mit ukrainischen Musi-
kern  Konzerte  und  gaben
zweisprachige Workshops.

Offenburg-Hildboltsweier 
(red/far).  Im  Jergerheim  tre-
ten  am  Samstag,  19.  Dezem-
ber,  zwei  junge  Künstler  aus
der Region auf. Melissa Zuca-
no  (24)  und  Adrian  Schaub
(20) 

interpretieren 

Weih-

nachtssongs  und  andere  be-
sinnliche  Melodien  aus  den
vergangenen 50 Jahren. Zuca-
no  kenne  man  seit  geraumer
Zeit  in  der  Ortenauer  Musik-
szene, heißt es in der Ankünn-
digung. Sie tritt schon seit Jah-
ren gemeinsam mit Ihrem Va-
ter,  dem  Pop-Tenor  Claudio
Versace,  immer  in  der  Ad-
ventszeit  auf  dem  Offenbur-
ger  Rathausbalkon  auf.  Adri-
an  Schaub  ist  ebenfalls  kein
unbeschriebenes  Blatt,  heißt
es weiter. Schon in der frühen
Kindheit lernte er das Klavier-
spielen  und  Singen.  Mit  13
Jahren sammelte er dann ers-
te  Banderfahrungen  und  tritt
bis  heute  in  verschiedenen
Projekten  auf.  Beginn  ist  um
20 Uhr, der Eintritt kostet fünf
Euro. 

Junges Duo 
im Jergerheim 

Offenburg 

(red/far). 

Auf

ihrem  Heimweg  sind  zwei
Nachtschwärmer  am  frühen
Sonntagmorgen  gegen  5.45
Uhr  in  der  Heinrich-Hertz-
Straße  von  vier  oder  fünf
Männern  überfallen  worden.
Zuerst  rempelten  sie  einen
der  beiden  an,  dann  verfolg-
ten  sie  die  Heimkehrer,  wo-
rauf einer der beiden flüchten
konnte. Der andere wurde mit
einem  Faustschlag  niederge-
streckt  und  die  Herausgabe
seiner  Barschaft  gefordert.
Nachdem der Geschädigte sei-
nen  Geldbeutel  abgegeben
hatte,  flüchtete  die  Gruppe.
Das  Opfer  erlitt  Gesichtsver-
letzungen und musste in einer
Klinik 

behandelt 

werden.

Zeugen  werden  gebten,  sich
bei  der  die  Kriminalpolizei
Offenburg 

unter 

Telefon

0781/21 28 20 zu melden.

Nachtschwärmer 
überfallen

Offenburg (red/far). In einem
Einfamilienhaus  hat  es  am
späten 

Freitagabend 

ge-

brannt. Ein Bewohner melde-
te das Feuer gegen 23 Uhr. Er
und noch eine weitere Person
konnten  das  Gebäude  ohne
Verletzungen  verlassen.  Die
Feuerwehr konnte den Brand
rasch löschen und einen Voll-
brand  des  Gebäudes  verhin-
dern.  Die  Brandursache  ist
noch unbekannt. Es entstand
ein  Schaden  in  Höhe  von
mehreren  Zehntausend  Euro.
Weitere  Ermittlungen  hierzu
wurden 

eingeleitet. 

Die

Feuerwehren  aus  Ottersweier
und Bühl waren mit 41 Mann
im Einsatz. Das DRK war mit
einem  Rettungswagen  und
einem  Notarzt  ebenfalls  vor
Ort.

Brand in 
Einfamilienhaus

Offenburg (red/far). Das Lan-
desministerium  für  Finanzen
und Wirtschaft fördert die Ge-
werbe  Akademie  der  Hand-
werkskammer Freiburg in Of-
fenburg mit mehr als 197 000
Euro.  Das  teilte  der  Wirt-
schaftsminister  Nils  Schmid
nun mit. 

»Mit  der  Förderung  helfen

wir, den Fach- und Führungs-
kräftenachwuchs  der  mittel-
ständischen Wirtschaft in Ba-
den-Württemberg 

zu 

si-

chern«, sagte Schmid. Die Ge-
samtkosten  der  notwendigen
Modernisierungskosten betra-
ge rund 657 000 Euro. Neben
dem  Ministerium  für  Finan-
zen  und  Wirtschaft,  das  30

Prozent  der  Kosten  trägt,  be-
teiligen sich der Bund mit 45
Prozent  und  die  Handwerks-
kammer  Freiburg  selbst  mit
25 Prozent daran.

»Der  Strukturwandel  der

Wirtschafts-  und  Arbeitswelt
erfordert eine ständige Anpas-
sung  der  überbetrieblichen
Berufsbildungsstätten  an  die
neuesten  Entwicklungen«,  so
Schmid. »Um die Qualität der
überbetrieblichen  Aus-  und
Weiterbildung  auf  hohem
Niveau zu erhalten, sind kon-
tinuierliche  technische  und
bauliche 

Modernisierungen

erforderlich.«

Die Gewerbe Akademie Of-

fenburg verfügt an den Stand-

orten  Offenburg,  Lahr  und
Appenweier  über  moderne
Maschinenparks für eine viel-
seitige und qualifizierte über-

betriebliche Aus- und Weiter-
bildung.  Hierzu  gehören  217
Werkstattplätze  sowie  150
Theorieplätze. Auszubildende
werden  hier  in  den  Berufen
Metallbauer,  Feinwerkmecha-

niker, 

Anlagenmechaniker

SHK,  Fachkraft  für  Metall-
technik,  Kfz-Mechatroniker,
Elektroniker,  Tischler,  Büro-

kaufmann 

und

-frau,  Maler  und
Lackierer 

(mit

Fahrzeuglackie-
rer), 

Karosserie-

und  Fahrzeugbau-
mechaniker, 

Fri-

seure, 

Schilder-

und  Lichtreklame-
hersteller  überbe-

trieblich ausgebildet. Mit Hil-
fe  der  Fördermittel  wird  die
Ausstattung  in  verschiedenen
Bereichen an die Anforderun-
gen  des  aktuellen  Schulungs-
programms anpasst und Gerä-

te auf den aktuellen Stand der
Technik gebracht.

Ein  Netz  überbetrieblicher

Berufsbildungsstätten 

mit

Werkstätten,  Selbsttrainings-
und Seminarräumen, das von
den 

Organisationen 

und

Selbsthilfeeinrichtungen  der
Wirtschaft  getragen  wird,  ist
Grundlage  für  die  überbe-
trieblichen  Aus-  und  Weiter-
bildungsangebote,  die  allen
Betrieben  und  Beschäftigten
offen stehen. Die überbetrieb-
lichen  Bildungsstätten  in  Ba-
den-Württemberg 

verfügen

über circa 8000 Werkstattplät-
ze  und  rund  14 000  Seminar-
plätze.  Sie  sind  auf  etwa  100
Standorte verteilt.

Gewerbe Akademie wird mit 197 000 Euro gefördert

Ausbildung | Kosten für die Modernisierung werden auf 667 000 Euro kalkuliert / Moderne Maschinenparks

Ortenaukreis 
Telefon:
 0 78 21/27 83-148
Telefax: 0 78 21/27 83-150
E-Mail: kreisredaktion
@lahrer-zeitung.de

n

Redaktion

n

Der Grenzübergang bei 

Schwanau-Nonnenweier an 
der L 100/RD 426 wird am 
Donnerstag, 17. Dezember, 
zwischen 22 Uhr und 23.45 
Uhr gesperrt. Die Pierre-Pflim-
lin-Brücke ist auf. 

n

Schwanau

»

Der Strukturwandel er-

fordert eine ständige An-
passung der Ausbildung an 
die Entwicklungen.«

Nils Schmid