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Warum wir gegen Abriss und Neubau auf dem Areal der Gehörlosenschule sind 
– eine gemeinsame Pressemitteilung von kollektivem Zentrum und der 
Stadtteilinitiative Münzviertel

Die Hanseatische Baukonzept möchte auf dem alten Schulgelände am Schultzweg im Münzviertel 
einen großen Neubau realisieren. Die Initiativen im Münzviertel haben gute Gründe, diesen Neubau
abzulehnen. Eine Zusammenfassung.

Vom Investor und der Stadtpolitik wird gern behauptet, der Neubau wäre sozial. Das ist 
falsch.
-was unter dem sozialen Label „Studentenappartment“ läuft, sind tatsächlich zweihundert 17 m²- 
Wohnungen für jeweils ca. 500 €. Macht knapp 30 €/m². Bei der anzunehmenden hohen Fluktuation
verspricht auch die Zukunft hohe Mietsteigerungen. Sozial geht anders!
-Der Coup von 60 % öffentlich gefördertem Wohnungsbau: Auch hier handelt es sich zum 
überwiegenden Anteil um Kleinwohnungen. Lediglich 40 der 486 Wohnungen sollen für 3-
Personenhaushalte oder größer geeignet sein. Spätestens nach Ablauf der Mietpreisbindung nach 15
Jahren, wird Fluktuation auch hier schnell zu überteuerten Mieten führen. Dass es 60 statt der 
ursprünglichen 50 % sind, ist darauf zurückzuführen, dass der Bezirk kurzerhand weitere 35 % 
Bruttogeschossfläche genehmigte, um auf die Kritik aus dem Viertel zu reagieren. Der Anteil frei 
finanzierter Fläche stieg also proportional noch stärker.

Timon Hesse, Anwohner und Aktivist aus dem Münzviertel kommentiert dies so: „Die HBK
wittert hier die Chance auf riesige Profite. Dass dies von Politik und Investor als 
Großoffensive sozialen Wohnungsbaus bezeichnet wird, ist eine Frechheit.“

Der Neubau ignoriert die Bedarfe aus dem Münzviertel …
Im Jahre 2011 wurde in einem intensiven, fast einjährigen Prozess in Zusammenarbeit der 
Stadtteilinitiative mit der Hafencity Universität im Rahmen eines vom Bezirk Mitte ausgerufenen 
Wettbewerbs der Entwurf „Umgemünzt“ für die quartiersorientierte Entwicklung des Areals 
vorgestellt.

1

 Dieser Entwurf greift gewachsene Strukturen des Viertels auf, schafft Raum für unsere 

nachbarschaftlichen Strukturen und realisiert den Bedarf an generationsübergreifendem Wohnen, 
Atelierwohnungen und Baugenossenschaften

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, sowie Wohnungen für jugendliche Obdachlose, die 

tagsüber das Werkhaus Münzviertel nutzen und nachts wieder auf der Straße schlafen.

… sodass die Bürgerbeteiligung zur Farce wird
Wenngleich im Herbst 2008 die Neubebauung des Schulgeländes im Rahmenprogramm Integrierte 
Stadtteilentwicklung (RISE) „Fördergebiet Münzviertel“ als Schlüsselprojekt fest eingeschrieben 
wurde, fand die plötzliche Anhandgabe und später der Verkauf an die HBK im Hinterzimmer statt: 
Der Quartiersbeirat wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Erst nach Monaten wurde der 
Quartiersbeirat darüber unterrichtet, welches Konzept die HBK anstrebt, bis heute wird der 

1

http://www.muenzviertel.de/blog/wp-content/uploads/2013/12/2011-12-09_testprägung-umgemünzt.pdf

2

z.B. das Wohnprojekt Münzviertel: https://wohnprojektmzv.wordpress.com

tatsächliche Verkaufspreis unter Verschluss gehalten.

„Durch ein solch intransparentes Verhalten seitens der Finanzbehörde werden die 
Betroffenen mit all ihrem Wissen zu bloßen Befehlsempfängern degradiert. Die Bewohner 
des Münzviertels wurden schon unzählige Male von der Stadt gelinkt.“ meint Günther 
Westphal, langjähriges Mitglied des Quartiersbeirats und der Stadtteilinitiative.

Die Politik verletzt hier nicht nur offensichtlich die Zusage des Senats aus dem Jahre 2010, Gelände
nicht mehr im Höchstgebotsverfahren, sondern auf Grundlage des Bebauungskonzepts zu 
verkaufen, sondern auch die Rahmenbedingungen des RISE-Programms: „Diese Allianz (zwischen 
den Menschen und Akteuren vor Ort) basiert auf einer gemeinsamen Problembewertung, auf 
gemeinsam ausgehandelten Lösungsstrategien und Zielorientierungen. Sie beruht auf gemeinsamen 
Absprachen, Übereinkünften und Selbstbindungen zwischen den Beteiligten hinsichtlich 
Transparenz, Partizipation, Verantwortlichkeiten und kollektiver Entscheidungsfindung.

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Timon Hesse kommentiert: „Die Stadt verkauft mit den Filetstücken ihrer öffentlichen 
Gebäude die politische Handlungsfähigkeit. Dadurch gewinnen die Investoren und die 
Anwohner sind die Leidtragenden.“

Über das kollektive Zentrum
In der ehemaligen KiTa werden Räume und Angebote durch das koZe für alle zur Verfügung 
gestellt, selbstorganisiert und kollektiv, frei von Konsumzwang und frei von 
Zugangsbeschränkungen. Es dient als Experimentierfeld eines kollektiven Miteinanders, schafft 
Raum für politische Aktivist_innen und befördert die Nachbarschaftsvernetzung.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern unter 0176-75920961 und 

koze@riseup.net

 zur Verfügung.

Über die Stadtteilinitiative Münzviertel
Die Stadtteilinitiative ist ein Zusammenschluss von Bewohner_innen des Münzviertels und sorgt 
seit über zehn Jahren für Vernetzung im Viertel, sie organisiert das jährliche Straßenfest und stellt 
der profitorientierten Stadtpolitik eine Stadtentwicklung von unten entgegen. Günther Westphal ist  
per  Mail  unter

guenter_westphal@t-online.de  

  zu  erreichen.

3    (Senatsdrucksache 19/3652 / Seite 39 / Juli 09)