14.6.2015

Hammerbrook ­ Hausbesetzer werben bundesweit um Unterstützung ­ Hamburg­Mitte ­ Hamburger Abendblatt

http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg­mitte/hammerbrook/article205374559/Hausbesetzer­werben­bundesweit­um­Unterstuetzung.html

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Von Ulrich Gassdorf, André Zand­Vakili

Hammerbrook.  Der Streit um das

 besetzte Kita­Gebäude

 auf dem Areal

der ehemaligen Gehörlosenschule im Münzviertel spitzt sich zu. Das
sogenannte koZe (kollektives Zentrum) wirbt auf seiner Internetseite
bundesweit um Unterstützer und hält dazu zum Beispiel in Bremen und
Hannover Infoveranstaltungen ab.

Die Botschaft auf der koZe­Internetseite ist eindeutig: "Das Gebäude soll an
einen Privatinvestor verschachert werden, um es abzureißen und durch
einen hässlichen Neubau zu ersetzen. Wir werden um den Erhalt des koZe
kämpfen, und dafür brauchen wir Eure Solidarität und Euren Support."
Dann folgt die Aufforderung: "Kommt zur Infoveranstaltung in Eurer Stadt
und am Tag X nach Hamburg."

Hintergrund: Der Investor HBK will auf dem rund 8000 Quadratmeter
großen Areal etwa 400 Wohnungen bauen und hat das Gelände von der
Stadt gekauft. Wie berichtet, hat das koZe das gesamte zweigeschossige
Kita­Gebäude an der Norderstraße in Beschlag genommen. In einer
internen Analyse der Staatsschutzabteilung (LKA 7) heißt es: "Mittlerweile
kann gesagt werden, dass sich mit dem koZe neben der Roten Flora ein
zweites autonomes Zentrum in besetzten Räumen in Hamburg zu
etablieren droht."

Polizei warnt vor autonomem Zentrum, spricht von
drohender zweiter Roter Flora. Kommende Woche soll
Gelände Investor übergeben werden.

HAMMERBROOK

Hausbesetzer werben bundesweit um
Unterstützung

10.06.15

14.6.2015

Hammerbrook ­ Hausbesetzer werben bundesweit um Unterstützung ­ Hamburg­Mitte ­ Hamburger Abendblatt

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Eine Räumung des Gebäudes in Hammerbrook, so die Einschätzung der
Experten, ist mittlerweile nicht ohne erhebliche Krawalle zu organisieren.
Mit der Stadt hatte der Verein "Kunstlabor naher Gegenden" (KuNaGe)
zum 1. September 2014 lediglich einen Mietvertrag für 70 Quadratmeter im
Erdgeschoss des Gebäudes zur Zwischennutzung geschlossen.

Leitartikel von Insa Gall zum koZe

Der Vorstand des KuNaGe ist Günter Westphal. Der 72­Jährige ist sehr
engagiert im Münzviertel und hat kein Problem mit der Hausbesetzung:
"Das koZe hat immer wieder um Räumlichkeiten gebeten, da der
Platzbedarf groß ist. Aber die Stadt hat darauf nicht reagiert, deshalb ist die
jetzige Nutzung der gesamten Fläche als Reaktion auf das Verhalten der
Stadt zu sehen", sagte Westphal dem Abendblatt.

Kritik kommt von der Polizeigewerkschaft DPolG: "Es ist schon
atemberaubend, dass der Senat ein derartiges Problem, das sich über
Monate entwickelt hat, in dieser Weise schleifen lässt und man nur
zuschaut, wie sich ein weiteres linksautonomes Zentrum entwickelt, an
dessen Ende mit großer Sicherheit alle Probleme stehen, die wir bereits mit
der Roten Flora im Schanzenviertel haben", sagt der Landesvorsitzende
Joachim Lenders.

Auch die Politik sieht Handlungsbedarf: "Wichtig ist, dass SPD­
Innensenator Michael Neumann und der SPD­geführte Bezirk das mit
Besonnenheit durchsetzen, was sie proklamieren: Rechtsfreie Räume darf
es in der Stadt nicht geben, auch nicht in der ehemaligen Gehörlosenschule
beim Hauptbahnhof", sagte FDP­Innenexperte Carl Jarchow. Für Dirk
Kienscherf von der SPD steht fest: "Das jetzige Verhalten der Gruppe ist
nicht akzeptabel. Besonders bedauerlich ist, dass mit einem solchen
Vorgehen das gesamte Thema Zwischennutzung durch Kulturschaffende in
Misskredit gebracht wird." Mittlerweile muss sich der Senat noch auf
anderer Ebene mit dem Thema beschäftigen: Die CDU hat zum Thema koZe
eine schriftliche Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt.

Am Dienstagabend trafen sich Vertreter des Zentrums mit Bezirkspolitikern
und Vertretern von Verwaltung und Finanzbehörde. Das Ergebnis: Die
Besetzer erklärten sich bereit, kommende Woche eine Übergabe des
Grundstücks an den Investor zu ermöglichen. Dies bedeute aber nicht, dass
sie das Gelände dann freiwillig verlassen. Somit muss sich künftig nicht nur

14.6.2015

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die Stadt, sondern auch der neue Investor mit den Besetzern
auseinandersetzen.