14.6.2015

Linke Szene ­ Polizei warnt: In Hamburg entsteht eine neue Rote Flora ­ Hamburg­Mitte ­ Hamburger Abendblatt

http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg­mitte/article205371893/Polizei­warnt­In­Hamburg­entsteht­eine­neue­Rote­Flora.html

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Von Andre Zand­Vakili

Hamburg. Im Münzviertel in Hammerbrook, unweit des Hamburger
Hauptbahnhofs, entsteht unter dem Namen "Kollektives Zentrum", kurz
koZe, in einer ehemaligen Gehörlosenschule ein neues linkes Zentrum. Die
Polizei warnt vor einer zweiten "

Roten Flora"

 auf dem Gelände, auf dem

der Investor Hanseatische Bau Konzept GmbH (HBK) 486 Wohnungen

"Kollektives Zentrum" besetzt ehemalige
Gehörlosenschule am Hauptbahnhof. CDU befürchtet
rechtsfreien Raum.

LINKE SZENE

Polizei warnt: In Hamburg entsteht eine
neue Rote Flora

09.06.15

Der Eingang des Kommunalen Zentrums an der Norderstraße ist deutlich gekennzeichnet
Foto: Roland Magunia

14.6.2015

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bauen möchte.

Das Problem ist den Verantwortlichen im Senat und in den zuständigen
Behörden spätestens seit Mitte Februar bekannt. Mittlerweile hat sich die
Szene dort so verfestigt, dass die Polizei bei einer Räumung mit militantem
Widerstand, wochenlangen Demonstrationen, Aktionen und einer Serie von
Anschlägen auf Wohnungen und Fahrzeuge von Verantwortlichen aus
Politik und HBK rechnet.

Für die Opposition ist die Verfestigung linker, nach Einschätzung der
Polizei teilweise extremistischer Strukturen, Grund für scharfe Angriffe auf
den Senat. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im
Münzviertel darf der Senat nicht länger auf dem linken Auge blind sein",
sagt der innenpolitische Sprecher der CDU in der Bürgerschaft, Dennis
Gladiator. "Ansonsten nimmt Rot­Grün in Kauf, dass sich dort eine zweite
Rota Flora etabliert. Es darf in Hamburg keine rechtsfreien Räume geben.
Das gilt gerade für die linksextreme Szene, für die es keinen Platz in unserer
Stadt gibt."

Innensenator Michael Neumann (SPD) will von einem rechtsfreien Raum
nichts wissen. "Sie kennen doch meinen Grundsatz: Recht und Gesetz
gelten. Unsere Polizei sagt mir aber, dass es dort bisher keine größeren
Vorkommnisse gegeben hat", so der Senator. "Laut zuständiger
Finanzbehörde gibt es einen Mietvertrag für dieses Objekt, dessen
zukünftige Nutzung zwischen dem Bezirk, der Finanzbehörde und dem
Investor abgestimmt wird."

Im Juli 2014 war das Gebäude auf dem rund 8000 Quadratmeter großen
Areal im Rahmen der Kampagne "Solidarische Raumnahme" erstmals
besetzt worden. Die Polizei beendete die Aktion, an der etwa 50 Personen
beteiligt waren. Es folgten Gespräche mit der Bezirkspolitik und dem
Investor, an deren Ende einer Initiative eine Zwischennutzung bis zunächst
Ende 2014 gestattet wurde. Laut HBK, die das Gelände Ende 2014 kaufte,
gibt es eine einmonatige Kündigungsfrist.

Das koZe wird von bis zu 70 Personen genutzt. Die, so die Einschätzung der
Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes, seien mit Aktivisten aus
politisch nahestehenden Gruppen vernetzt, so dass für spontane Aktionen
bis zu 300 Personen und im Falle einer Räumung ein Vielfaches an

14.6.2015

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Menschen, darunter "ein beträchtlicher Anteil von lokalen
Linksextremisten", mobilisiert werden könnte. Der Abriss des Gebäudes ist
von der HBK beantragt. Die Bagger sollen Mitte 2016 anrollen.