Pressemitteilung des kollektiven Zentrums vom 13.06.2015 

 

Wir vom kollektiven Zentrum bespielen ein offenes kulturelles, politisches und soziales Zentrum, 

welches wir auf Grund der zahlreichen unkommerziellen Angebote und unseren hunderten 

Nutzer_innen  weiter  erhalten  wollen.  Auf  das  Gebäude  wurde  sich  im  Vorfeld  monatelang 

beworben, bis nach der ewigen Hinhalte-Taktik der LIG und dem damit verbunden weiteren 

Leerstand der Gebäude keine andere Möglichkeit mehr bestand als eine öffentliche Besetzung zu 

tätigen aus der dann legale Mietverträge vom 11.09.2014 hervorgingen. 

In den letzten Tagen entstand allerdings der Eindruck, dass wir zum Spielball allgemeinpolitischer 

Spiele und Strömungen werden. Es scheint so, als ob es nicht um eine politische Diskussion zur 

Klärung des Umgangs der Stadt Hamburg mit einem Zentrum wie dem hiesigen ginge – vielmehr 

drängt sich der Eindruck auf, dass die politische Großwetterlage in uns ein Thema gefunden hat, 

um das Sommerloch zu überstehen und sich an uns abzureagieren. 

 

Nachfolgend versuchen wir transparent zu machen, wie wir zu einer solchen Auffassung kommen. 

Gegenüber  dem  derzeitigen  Mietvertragspartner  –  dem  Verein  KuNaGe  e.V.  –  teilte der LIG 

(Landesbetrieb Immobilien- und Grundvermögen) zum 01.04.2015 mit, dass das Grundstück am 

Schultzweg an die HBK veräußert worden sei, so dass wir bereits zum 01.04.2015 in der HBK eine 

neue Vertragspartnerin haben würden: 

„Das o. g. bestehende Vertragsverhältnis geht ab dem 01.04.2015 an den Käufer 
Grundstücksgesellschaft Münzstraße gefördertes Wohnen mbH & Co. KG ABC-Str. 45, 20354 Hamburg 
über. […] Bis dahin zahlen Sie weiterhin gemäß § 5 des Mietvertrages   vom 11.09.2014 an das 
Sondervermögen Schulimmobilien.“ 
(LIG, 18.02.2015). 

In  diesem  Zusammenhang  stellte  uns  die  HBK  als  neue  Eigentümerin  die  Fernwärme  am 

23.03.2015 ab. Nun mussten wir zum 25.06.2015 feststellen, dass offenbar der LIG nach wie vor 

Besitzerin  der  Gebäude  ist,  zumindest  geht  dies  aus  einem  Schreiben  mit  einer  offenen 

Kündigungs-Drohung zum 15.06.2015 hervor. 

Dieser  Ablauf  ist  für  uns  überaus  undurchsichtig  und  legt  verschiedene interne Absprachen 

zwischen dem halbstädtischen LIG und dem privaten Investor HBK nahe, die nicht einmal für uns 

als direkt betroffene Vertragspartner nachvollziehbar sind. 

Darauf  folgend  konnten  einige  Falschaussagen  des  LIG  am  09.06.2015  aufgedeckt werden, als 

Vertreter_innen  aller  Beteiligten  und  Politiker_innen  zu  einem  gemeinsamen  Gespräch 

beisammen saßen. So wurde offenbar, dass der LIG uns zwar als „Besetzer_innen“ in die Medien 

 

bringt, jedoch gleichzeitig unsere zahlreichen Zwischennutzungsanträge  oder  unsere  offizielle 

Anmietung des Außengeländes nie weiter kommuniziert hat, nachdem der LIG uns schon die Jahre 

zuvor bezüglich einer Zwischennutzung wie wir sie zur Zeit haben, hingehalten hat. 

Nun dachten wir, mit dem Gespräch am 09.06.2015, endlich eine kommunikative Grundlage mit 

dem LIG gefunden zu haben. Es wurden klare Abmachungen bzgl. der Begehung des ehemaligen 

Kita-Gebäudes  getroffen,  unter  denen  wir  dieser  zu  Donnerstag  dem  11.06.2105  zugestimmt 

haben. Eine davon war die namentliche Nennung der an der Begehung beteiligten Personen, sowie 

deren Auftrag und die zu begehenden Räume. 

„ich möchte Ihnen mitteilen, dass wir Ihnen die Namen sämtlicher Teilnehmer an der Begehung des 
Schulgrundstücks Münzstraße (15.06.2015 um 09.00 Uhr) am Freitag nennen können.“
  (LIG, 

11.06.2015). 

Obwohl noch zum 11.06.2015 dieser Aufforderung schriftlich von der LIG zugesagt wurde, liegt 

uns bis jetzt keine Auflistung der bei der Begehung anwesenden Personen vor, somit müssen wir 

schon jetzt davon ausgehen, mit der Begehung und den inhärenten Vorhaben der LIG über den 

Tisch gezogen zu werden. Aus einem Schreiben der LIG geht lediglich hervor, dass Personen aus 

den jeweiligen Kreisen bei der Begehung dabei seien, die von uns zuvor eingereicht wurde. Es 

fehlen  also  jegliche  schriftliche,  namentliche  Nennung,  Beweggründe  sowie  zu  begehende 

Räumlichkeiten.  Der  mündlichen  Zusage  vom  09.06.  und  der  schriftlichen  Zusage  vom  11.06. 

wurde damit nicht entsprochen. Für uns steht wieder völlig offen, womit wir am 15.06.2015 um 

9.00 Uhr zu rechnen haben. 

„vielen Dank für Ihre E-Mail vom 11.06.2015, in der Sie den Begehungstermin am 15.06.2015 
bestätigen. Von unserer Seite werden voraussichtlich folgende Personen teilnehmen: 

• 

Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (2 Vertreter) 

• 

HBK Hanseatische BauKonzept GmbH & Co.KG (2 Vertreter) 

• 

Nord Project Immobilien und Beteiligungsgesellschaft mbH (2        Vertreter) 

• 

BBI Geo- und Umwelttechnik Ingenieur-Gesellschaft mbH (Sachverständigenbüro für Schad-
stoffbegutachtung) (3 Vertreter) 

• 

Vattenfall (1 Vertreter)“ 

(LIG, 12.06.2015). 

Das macht uns traurig und unsicher, gingen wir doch von einem Entgegenkommen aus, das auch 

im Beisein von Politiker_innen angekündigt wurde. Es scheint so, als setze der LIG auf Eskalation, 

tritt dieser doch hier eindeutig als politische Akteurin auf. Wir möchten darauf verweisen, dass 

momentan etwa 150 Ermittlungsverfahren gegen angebliche Hausbesetzer_innen von dem LIG 

geführt werden, welcher gleichzeitig systematischen Leerstand verwaltet. 

Hierbei verweisen wir erneut auf unsere mit der Stadtteilinitiative Münzviertel zum 11.06.2015 

rausgegebenen  Pressemitteilung.  Es  sei  nicht  zu  vergessen,  dass  es  sich  bei  dem  Verkauf der 

 

ehemaligen Gehörlosenschule um die Veräußerung eines Filetgrundstücks mit Hauptbahnhofnähe 

handelt und hier somit nicht nur Investor_innen- sondern ebenso politische Interessen eine Rolle 

spielen. Der Neubau ist nach wie vor als unsozialer Wohnungsbau abzulehnen. 

Wir fragen uns, was für Motive ein normalerweise intransparent und geheim agierendes Organ 

wie  das  LKA,  bzw.  der  Staatsschutz  dazu  bewegt,  interne  Einschätzungen  der  OÖffentlichkeit 

zuzuspielen. Wir verweisen hierbei auf den Artikel im Hamburger Abendblatt vom 09.06.2015. 

Wir  müssen  davon  ausgehen,  dass  diese  Fülle  an  expliziten  angeblichen  Informationen,  eine 

politische  Stimmung  erzeugen  sollte,  die  unser  Projekt  diskreditieren  und  den  konservativen 

Oppositionskräften  Tür  und  Tor  für  Hetzereien  öffnen  sollte.  Nach  wie  vor  scheint  die  CDU 

Themen und somit Möglichkeiten zu suchen, Stimmung gegen die anderen Fraktionen zu machen. 

Dabei  sei  nicht  zu  vergessen,  dass  Joachim  Lenders,  Sprecher  der  DPolG  (Deutsche 

Polizeigewerkschaft),  der  sich  in  der  OÖffentlichkeit  mal  wieder  durch  Hetze  gegen 

emanzipatorische Politik hervortut, auch für die CDU in der Hamburger Bürgerschaft sitzt. 

Zusammenfassend wollen wir nochmals darauf verweisen, dass wir für unsere 
Forderungen einstehen werden. Es scheint uns derzeit so, dass wir als politischer Spielball 

benutzt werden und sind nicht bereit, uns diesem Spiel hinzugeben und konservativer 
Presse und Politik die Deutungshoheit zu überlassen. Dazu gehört für uns ein weiterhin 

transparentes Arbeiten und Kommunizieren mit allen Beteiligten. 

 

das kollektive Zentrum.