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FÜR KINDER

 

Kultur

Medientipps

Starke Kinder

Berühmter Kämpfer

Verschlungene Wege

Martin ist in 
seiner Klasse der 
Außenseiter. Der 
coole Lukas und 
seine „FabFive“ 
machen ihm das 
Leben schwer. 
Doch zum Glück 

hat Martin neuerdings Karli an 
seiner Seite. Die beiden nehmen 
sich vor, etwas gegen die „fabel-
haften Fünf“ zu unternehmen. 
Das geht leider gründlich schief, 
was ziemlich witzig und ohne 
Selbstmitleid aus Martins Sicht 
erzählt wird. Als die beiden zur 
Strafe mit Martins Vater und Opa 
in den Campingurlaub müssen, 
wird alles anders.

Juma Kliebenstein: Der Tag, an dem ich 
cool wurde.

 Oetinger-Verlag 2010, 256 Seiten, 

12,95 Euro. Ab neun Jahren.

Als Ben-
jamin 
Fokken in 
der fünf-
ten Klasse 
war, fing 
es plötz-
lich an: 

Er wurde gemobbt. Jahrelang 
hat er darunter gelitten und sich 
geschämt. Bis er als Jugendlicher 
einen sehr mutigen Schritt tat 
und anfing, über die Demüti-
gungen zu sprechen. Mit dem 
Journalisten Dennis Betzholz hat 
er nun aufgeschrieben, was er 
erlebte und daraus gelernt hat. Er 
macht Mobbingopfern Mut, das 
Unrecht nicht zu verschweigen.

Dennis Betzholz: Ich bin ich – und wir sind viele: 
Wie Benjamin Fokken Mobbing besiegte. Plötz & 
Betzholz 2015, 142 Seiten, 9,90 Euro. Ab elf Jahren.

Valo und sein 
Vater werden 
in ein Dorf 
verbannt, in 
dem die Men-
schen nicht 
sagen und tun 
dürfen, was sie 

wollen. Als auch noch die Schule 
verboten wird, gründet Valo 
eine Spielschule – und wird ver-
haftet. Schließlich wehren sich 
die Kinder des Dorfes gegen die 
Unterdrückung. Vorlage für den 
trotz allem auch heiteren Film ist 
eine wahre Geschichte aus der 
Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. 
Er spielt in Finnland, das damals 
zum Russischen Reich gehörte.

Kaija Juurikkala: Valo & Ville. Lighthouse 
Home Entertainment 2010. DVD mit 84 Minuten 
Spieldauer. Empfohlen ab zehn Jahren (FSK 6).

Dass Barack 
Obama heute 
Präsident der 
USA ist, hat 
er auch Martin 
Luther King 
zu verdanken. 
Der war einer 

der bekanntesten Kämpfer für 
die Rechte von Schwarzen in 
Amerika. Die Gestaltung des 
Buchs ist etwas gewöhnungs-
bedürftig, die Trennstriche sind 
zum Beispiel extrem kurz und 
schräg. Wer sich davon und von 
viel Text nicht abschrecken lässt, 
erfährt Spannendes über eine 
wichtige Zeit in Amerikas 
Geschichte. 

Katrin Hahnemann: Martin Luther King: 
Wer ist das? Berlin Verlag 2010, 112 Seiten, 
12,90 Euro. Ab zehn Jahren.

Was hat ein 
Schnäppchen-
kauf in Deutsch-
land mit einem 
großen Tank-
schiff im Indi-
schen Ozean und 
mit dem Leben 
einer Familie in 

Bangladesch zu tun? Wolfgang 
Korn erzählt am Beispiel einer 
roten Fleeceweste, was Globa-
lisierung bedeutet. Das Buch 
wurde 2008 erstmals gedruckt 
und ist nun etwas überarbeitet 
neu erschienen. Es ist für 
Wissbegierige geeignet, die sich 
vor vielen Zahlen und Details 
nicht scheuen.   henz

Wolfgang Korn: Die Weltreise einer 
Fleeceweste. arsEdition 2014, 176 Seiten, 
7,99 Euro. Ab zwölf Jahren.

Lustige Außenseiter

Mutiger Erzähler

SZ: In eurem neuen Song „Kleine 
Helden“  geht  es  um  Kinderrech-
te. Warum habt ihr darüber ein 
Lied geschrieben?
Till Neumann: Im vergangenen 
Jahr ist die Kinderrechtskonventi-
on der Vereinten Nationen 25 Jah-
re alt geworden. Darin stehen al-
le Rechte, die Kinder überall auf 
der Welt haben. Die gelten auch in 
Deutschland. Aber trotzdem geht 
es vielen Kindern hier schlecht. 
Darauf wollen wir aufmerksam 
machen.
 
SZ: Haben es Kinder in Deutsch-
land nicht sehr gut, verglichen 
mit anderen Ländern?
Till Neumann: Ja, natürlich. Man 
darf aber die Augen nicht davor ver-
schließen,  dass  auch  hier  schlim-
me Dinge passieren. Dass Kinder 
in Armut leben oder dass man-
che Eltern ihre Kinder schlagen. 

 

Vor Kurzem hat sogar der Papst ge-

sagt, dass man Kindern ruhig mal 
eine langen kann. Das darf ja wohl 
nicht wahr sein. Auf diese Proble-
me weist „Kleine Helden“ hin.

SZ: Was kann man dagegen tun? 
Felix Neumann: Zum Beispiel sollte 

man die Kinderrechte ins Grund-
gesetz aufnehmen. Darin stehen 
die wichtigsten Rechte der Men-
schen im Land, aber auch der Tier- 
und Umweltschutz. Es gab schon 
viele kleine Sprünge – die Rech-
te der Kinder ins Grundgesetz zu 
schreiben, wäre ein großer: Dann 
müssten Politiker und Richter bei 
allen Entscheidungen noch mehr 
auf das Wohl der Kinder achten. 

SZ: Ist das der „große Sprung“, 
von dem ihr in eurem Lied rappt? 
Till Neumann: Ja genau. Wir wis-
sen, dass ein Song die Welt nicht 
besser macht, aber er ist ein Appell. 

SZ: Den Refrain von „Kleine Hel-
den“ singt ein Kinderchor auf 
Französisch. Wer sind die Kin-
der?
Till Neumann: Sie wohnen in ei-
nem Viertel von Straßburg in 
Frankreich, in dem viele Familien 

wenig Geld haben. Meine Freun-
din ist dort Musiklehrerin und lei-
tet den Chor. Wir wollten, dass es 
in dem Song nicht nur um Kinder 
geht, sondern sie auch einbeziehen 
und zeigen, was Kinder alles kön-
nen.

SZ: Im Musikvideo springt sogar
ein Junge mit dem Fallschirm aus 
einem Flugzeug!
Till Neumann: Das ist Brandon, der
zwölfjährige Bruder des Kamera- 
manns, der das Video gedreht hat. 
Ab einem Alter von zehn Jahren 
darf man Fallschirm springen. 
Aber die Leute von der Fallschirm-
Schule dachten nicht, dass wir ein 
Kind finden würden, das es tut.
Brandon ist eine coole Socke. Im 
Flugzeug hat er natürlich die Ho-
sen vollgehabt. Aber er fand den 
Tandemsprung richtig super.

INTERV IEW: K ATHLEEN HILDEBR A ND

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„Schau mal hinter die Fassade“  

rappen Felix (links) und Till Neumann: 

Auch in Deutschland geht es längst 

nicht allen Kindern gut.

Till und Felix Neumann 
sind 31 Jahre alt und in 
der Nähe von Heidelberg 
aufgewachsen. Als 
Zwillingsbrüder haben 
sie schon immer alles 
zusammen gemacht: 
Hip-Hop gehört, Hip-Hop 
selbst gemacht — und 
Fremdsprachen gelernt, 
besonders gern Französisch. 
Als „Zweierpasch“ rappen 
sie deshalb heute auf 
Deutsch und Französisch. 
Auch über Politik: „Unsere 
Lieder haben immer eine 
Botschaft“, sagt Felix.

Zweierpasch

Das Hip-Hop-Duo 

„Zweierpasch“ hat ein Lied über die 

Rechte von Kindern gemacht

Großer 

Sprung

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SZ20150923S2879005